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Ausnutzungsgrad der Zahlungs- bedingungen

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Ausnutzungsgrad der Zahlungs- bedingungen

Die Zahlungsmoral der Kunden kann u. a. durch den Grad der Skonto- beziehungsweise Zielausnutzung gemessen werden. Der Skontoausnutzungsgrad ergibt sich wie folgt: Ein Kunde, der immer skontiert, hat einen Skontoausnutzungsgrad von 100%. Im Fall der Skontierung vermeidet der Kunde Zinskosten in Höhe des abgezogenen Skontos, das heißt er bezahlt nur für die Hauptleistung (Lieferung von Gütern) einen Preis, den sogenannten -->Barpreis. Bis zum Ende der Skontofrist ist der Kredit eine unentgeltliche Zusatzleistung des Lieferanten. Ein Kunde, der das jeweilige Zahlungsziel immer ausnutzt, hat einen Zielausnutzungsgrad von 100%: Wenn der Kunde das Zahlungsziel in Anspruch nimmt, entstehen ihm Zinskosten in Höhe des entgangenen Skontos. Der entgangene Skontobetrag ist das Entgelt für die Kreditleistung des Lieferanten. Der Kunde bezahlt in diesem Fall einen Preis für die Haupt- und Zusatzleistung (Güter und Kredit), den sogenannten -->Zielpreis. Zwischen dem Grad der Skonto- und Zielausnutzung besteht folgende Beziehung: Zielausnutzungsgrad = 100 – Skontoaus- nutzungsgrad Kunden mit einem hohen Skontoausnutzungsgrad bzw. niedrigen Zielausnutzungsgrad sind sogenannte Schnellzahler. Ihr Zahlungsverhalten wirkt sich also positiv auf die Liquidität des Lieferanten aus. Diesem Vorteil steht jedoch der Nachteil gegenüber, dass die Rentabilität des Lieferanten sinkt, weil er auf den Skontoertrag verzichten muss. Kunden mit einem niedrigen Skontoausnutzungsgrad bzw. hohen Zielausnutzungsgrad sind sogenannte Langsamzahler. Ihr Zahlungsverhalten wirkt sich negativ auf die Liquidität des Lieferanten aus. Diesem Nachteil steht der Vorteil gegenüber, dass die Rentabilität steigt, weil der Lieferant einen Skontoertrag erzielt. Ein hoher Skontoausnutzungsgrad des Kunden ist für den Lieferanten gut, wenn er seine Liquidität verbessern will schlecht, wenn er seine Rendite steigern will. Ein hoher Zielausnutzungsgrad des Kunden ist für den Lieferanten gut, wenn er seine Rendite steigern will schlecht, wenn er die Liquidität verbessern will. Es ist also fraglich, ob die -->Zahlungsmoral eines Kunden mit hohem Skontoausnutzungsgrad gut und die eines Kunden mit hohem Zielausnutzungsgrad schlecht ist. Im Übrigen sagt der jeweilige Ausnutzungsgrad der Zahlungsbedingungen nichts darüber aus, ob die Skontofristen bzw. Zahlungsziele von den Kunden eingehalten oder überschritten worden sind (-->Gütegrad des Zahlungsverhaltens). HL