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Digital Radio

Spätestens im Jahr 2015 soll UKW abgeschaltet und durch DAB (Digital Audio Broadcasting) ersetzt werden. Die Technologie ist dabei vergleichbar einem Stream aus dem Internet: Das Radio empfängt Datenpakete, wobei der Klang weniger von Umwelteinflüssen abhängig ist als beim analogen Radio. Ein Plus: Zusätzliche Daten, wie Musiktitel und Bilder aus dem Radiostudio, können via DAB sogar im fahrenden Auto empfangen werden. Damit der Autofahrer nicht durch das Lesen der Nachrichten abgelenkt wird, sollen die Autoradios mit Sprachsynthese geliefert werden. Auch Fünfkanal-Surroundsound in Dolby Digital ist inzwischen kein Problem mehr. Doch technische, rechtliche und politische Gründe standen bisher seiner Durchsetzung im Weg. Ein Problem: Rund 280 Millionen Geräte in Haushalten und Autos in Deutschland müssten erst einmal ausgetauscht werden. Bis dieser Bestand tatsächlich ausgetauscht ist, werden noch einige Jahre vergehen. Begrenzt ist auch noch das Empfangsangebot in Deutschland: Je nach Bundesland können bis zu 16 Programme empfangen werden. So werden in Deutschland derzeit rund 200 DAB-Programme angeboten. Die Initiative Marketing Digital Radio (IMDR), die 2001 von Programmveranstaltern, Netzbetreibern und Herstellern gegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, die Sendeleistung in DAB zu erhöhen, mehr Endgeräte im Markt zu platzieren und die Entwicklung von DMB-Empfängern voranzutreiben (-->www.digitalradio.de). Neben der DAB-Technologie kommen für das digitale Radio weitere, leistungsfähigere Verbreitungstechnologien in Betracht. Beispielsweise wäre auch der digitale Fernsehstandard DVB-T (Digital Video Broadcast Terrestrial) für den Hörfunk geeignet. Über DVB-H (H wie Handheld) könnten auch Mobiltelefone und Taschencomputer neben Fernsehen auch Radio empfangen. Eine Weiterentwicklung von DAB ist DMB (Digital Multimedia Broadcast), das die Übertragung von Audio- und Videosignalen auf portable Empfänger wie Mobiltelefone und PDAs erlaubt. Der Vorteil dieser Technik gegenüber DVB-H besteht darin, dass die Signale auch bei schnellen Autofahrten nicht abreißen. Für das europäische DMB-Projekt »Mi Friends« entwickelte der Autoradio-Hersteller Blaupunkt das erste DMB-Autoradio, mit dem während der Fahrt verschiedene Fernsehprogramme empfangbar sind. Und dann gibt es noch DAB+, eine Weiterentwicklung von DAB, das die Verbreitung von mehr Programmen mit besserer Tonqualität ermöglicht. DAB+ kann technisch auch als DMB-Sonderform speziell für die Audioübertragung betrachtet werden. Uneinigkeit besteht noch darüber, welche Technik sich durchsetzen wird. So fordert der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation e. V. (VPRT) gleich den Schritt zu DMB zu gehen. Für die Radiostationen eröffnet die Digitalisierung neue Interaktionsformen und Erlösmodelle sowie neue Angebote wie z. B. bundesweite Spartensender. Mit Hilfe von Mehrwerten für die Nutzer, z. B. das Downloaden von kostenpflichtigen Sounds oder Klingeltönen, oder mit Zusatzangeboten zu Votings oder Gewinnspielen, können die Radiostationen in direkten Kontakt mit ihren Hörern treten und die Hörerbindung verstärken. Auch im Bereich der Werbung ergeben sich neben der klassischen Push-Werbung neue Möglichkeiten im Direktmarketing.